Welch zahlreiche Attribute gibt es doch für Berlin! Metropole, Weltstadt, Hauptstadt, Kulturmetropole, Residenz, Symbol der deutschen Wiedervereinigung. Alle treffen sie zu, doch hat sich Berlin auch einen ursprünglichen Charme bewahrt, der die Stadt als absolut liebenswert und anziehend charakterisiert. Man kann kaum glauben, dass sich diese Metropole mit heutzutage etwa 3,5 Millionen Einwohnern, und damit mehr als die beiden nächstgroßen Hamburg und München zusammen, einmal aus der kleinen Stadt Cölln, gelegen auf einer Spreeinsel, und dem 1244 erstmals erwähnten, nördlich der Spree gelegenen Berlin, entwickelt hat. Und bereits zu Beginn des 12. Jahrhunderts bestanden auch die heutigen Ortsteile Spandau und Köpenick als slawische Siedlungen. Eigentlich, so sagen die Berliner, ist die Stadt ein Zusammenschluss vieler kleiner Gemeinden und Städte, die sich zum großen Teil jedoch ihre alte Authentizität bewahrt haben. Denn es waren immerhin acht Städte und 59 Landgemeinden, die im Jahr 1920 mit dem Groß-Berlin-Gesetz zusammengefasst wurden. Damals enthielt das neue Groß-Berlin zwanzig Bezirke mit 94 Ortsteilen, die mit unveränderten Grenzverläufen den ehemaligen Gemeinden entsprachen. Nach der Wiedervereinigung zählte Berlin zunächst 23 Bezirke, die dann aber 2001 mit entsprechender Gesetzgebung auf nunmehr zwölf reduziert wurden. Schon immer war Berlin ein Schmelztiegel für Sprachen, Kulturen und Einwanderer aus aller Herren Länder. Bereits König Friedrich Wilhelm holte 1685 über 15000 französische Hugenotten nach Brandenburg, von denen sich allein 6000 in Berlin niederließen, eine für die damalige Stadtgröße geradezu unglaubliche Zahl. Es kamen außerdem viele Einwanderer aus Böhmen, Polen und Salzburg, und Berlin war als neue Heimat ausgesprochen attraktiv, hatte es doch 1701 erst den Status der preußischen Hauptstadt erlangt. Der zweite Weltkrieg spülte Flüchtlinge unterschiedlichster Herkunft in die Stadt, und in der Gegenwart kamen die Neubürger aus dem südlichen Europa, der Türkei und den östlichen Anrainerstaaten dazu. Zusammen mit den Ur-Berlinern und den ihnen oft nachgesagten Eigenschaften wie ehrliche Direktheit, Toleranz und zupackende Aktivität entwickelte sich so die ganz speziell Berliner Mischung der Weltstadt mit Herz und „Schnauze”. War Berlin schon immer eine Schnittstelle zwischen Ost und West gewesen, so entwickelte es sich nach der Wiedervereinigung sprunghaft weiter. Als deutsche Hauptstadt und mit der Verlegung des Regierungssitzes von Bonn nach Berlin waren alle Voraussetzungen für einen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Boom gegeben, der immer noch anhält und die Weltstadt auf Augenhöhe mit Metropolen wie Paris, London oder New York platziert. Knapp zehn Millionen Touristen besuchten Berlin im Jahr 2011; damit steht die Stadt nach London und Paris auf der Interessensliste der Europäer auf dem dritten Platz.

Wirtschaftlich ist Berlin vor allem durch den Dienstleistungssektor geprägt, der allein 80 Prozent der Gesamtwirtschaftsleistung erbringt. Besondere Wachstumsbranchen sind aber die Kreativ- und Kulturwirtschaft, der Tourismus, Biotechnologie und Medizintechnik sowie die Medien-, Informations- und Kommunikationstechnologie. Für seine Einwohner ist die Stadt ein Glücksfall. Nirgendwo in Deutschland pulsiert das Leben mehr, ist Kunst und Kultur so greifbar, kann man Beruf, Privatleben und Freizeit so vielfältig gestalten wie in Berlin. Internationalität und „Berliner Milljöh” sind die Pole, zwischen denen sich gut leben lässt und man, wie einst John F. Kennedy, mit Überzeugung sagen kann: „Ich bin ein Berliner!” Mit atemberaubender Geschwindigkeit hat es Berlin nach seinem jahrzehntelangen Dasein als Frontstadt im Kalten Krieg geschafft, sich unter den europäischen Metropolen wieder einen Spitzenplatz zu erobern. Geschäftige Internationalität allenthalben, angefangen bei der wirtschaftlichen Präsenz internationaler und deutscher Konzerne über eine bunte und hochkarätige Kunst- und Kulturszene bis hin zum heutigen Straßenbild in vielen Berliner Bezirken. Als Kongress- und Messestadt ist Berlin weltweit in Umsatz und Besucherzahl unerreicht. Hunderttausende zieht es jedes Jahr in diese Stadt, die so viel zu bieten hat. Prächtige Boulevards wie Kurfürstendamm, Unter den Linden oder die Straße des 17. Juni, gesäumt von wunderschön restaurierten, groß- bürgerlichen Häusern, Geschäften, Cafés und Theatern laden zum Shoppen und Flanieren ein. Museen wie das Bode-Museum, das Pergamon-Museum oder die Nationalgalerie auf der Museumsinsel präsentieren alte und neue Geschichte, und überall findet man Bauwerke, die in ihrer historischen oder modernen Bedeutung einzig- artig sind. Architektonische Highlights wie der Potsdamer Platz, der Alexanderplatz oder die neu gestalteten Hackeschen Höfe, das Regierungsviertel oder der Pariser Platz stehen für Modernität und pulsierende Atmosphäre der Weltstadt Berlin. Historische Baudenkmäler und Ensembles von geschichtsträchtiger Bedeutung wie das Brandenburger Tor, die Siegessäule, der Gendarmen- markt mit dem Deutschen und dem Französischen Dom, dazwischen das Konzerthaus, lassen preußische und deutsche Geschichte wieder gegenwärtig werden. Bei aller Baukultur ist Berlin eine grüne Stadt. Viele begrünte Plätze beherbergen eine gemütliche oder mondäne Gastronomie, so manche Straße ist von Blumenrabatten und Bäumen gesäumt. Daneben bietet die Hauptstadt mit etwa dem berühmten und bereits vor mehr als 500 Jahren gestalteten Tiergarten zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule, zahlreichen kleineren Parks und großzügigen Erholungszonen an den Flüssen Spree, Havel oder Panke viel Raum zur Entspannung, zum Re- laxen oder für sportliche Aktivitäten. Besonders beliebt sind Wannsee und Havel mit dem angrenzenden Grunewald und dem Berliner Forst. Eine Besonderheit unter den Parks ist der Botanische Garten, der drittgrößte der Welt. Seit dem Fall der Mauer können die Berliner auch wieder das brandenburgische Umland mit seinen Seen, Wäldern und Heideflächen nutzen, idyllische Städte wie Brandenburg oder das durch und durch preußische Potsdam sind wunderbare Tagesziele. Abends trifft man sich in der Szene. Keine deutsche Stadt beherbergt so viele Theater und Kabaretts wie Berlin, darunter etwa das Deutsche Theater, das Theater des Westens oder die Volksbühne, nirgendwo ist das Nachtleben bunter. Ob Revuen im Friedrichstadtpalast, renommierte Orchester in der Berliner Philharmonie oder im Konzerthaus, ganz große Oper in einem der drei Opernhäuser, ob internationale Filmfestspiele oder eines der zahllosen Open-Air-Feste, für jedes Alter und jeden Geschmack bietet die deutsche Kulturhauptstadt hochkarätige Events. Bei aller großen Ausdehnung des Stadtgebietes sind Veranstaltungsorte, Sehenswürdigkeiten, aber auch Arbeitsmöglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln hervorragend zu erreichen.

Im innerstädtischen Personennahverkehr werden allein 15 S-Bahn-Linien betrieben, dazu kommen neun U- Bahn-, 23 Straßenbahn- und 150 Buslinien, zusätzlich Fährlinien und ein differenziertes Stadtbusnetz. Auch der PKW-Verkehr wird über ein dichtes Autobahnnetz wie den um die Stadt verlaufenden Berliner Ring, den innerstädtischen Berliner Stadtring und die zahlreichen gut ausgebauten Anschlussstücke in Nord-Süd- sowie West-Ost-Richtung flüssig und effizient geleitet. Leben in einer Weltstadt! Von der Reichstagskuppel über die faszinierende Skyline Berlins schauen, über den Boulevard Unter den Linden flanieren, im Nicolaiviertel oder den Hackeschen Höfen einen Kaffee genießen oder die Nofretete im Ägyptischen Museum besuchen – was kann schöner sein!